Hörgerätebeschaffung seit 1. Juli 2018: Geringere Kosten und weniger Aufwand. AHV und IV erhöhen ihre Kostenbeteiligung

Gute Nachrichten für alle AHV- und IV-Versicherten: Wer aktuell einen Hörgerätekauf erwägt, darf sich auf eine höhere Kostenbeteiligung der AHV und IV freuen. Zudem reduziert sich Ihr Aufwand bei jeder Ersatzbeschaffung.

Die Anschaffung eines Hörgerätes ist für jede Kundin und jeden Kunden immer mit vielen Entscheidungen und regelmässigem Aufwand verbunden. Das Hörgerät soll doch die Lebensqualität zurückbringen, aber auch einen weiteren Hörverlust verhindern. Bei wem derzeitig der Hörgeräteankauf das Thema ist, darf sich über zwei wichtige Neuerungen bei der Finanzierung seitens der AHV und IV freuen. Ihr Aufwand wird ab 1. Juli 2018 geringer und die Kosten senken.

AHV und IV zahlen für beide Hörgeräte

Wem sein HNO-Arzt Hörgeräte für beide Ohren verordnet hat, dem wird seit 1. Juli 2018 der Ankauf beider Hörgeräte pauschal vergütet. Bisher war es möglich, pauschal nur für ein Hörgerät eine Kostenerstattung in Höhe von 630 Franken zu bekommen. Das galt unabhängig davon, ob der Versicherte ein oder zwei Hörgeräte benötigte.

Neu können Sie die Pauschale in Höhe von 1237.50 Franken für beide Ohren beanspruchen. Um die Vergütung von der AHV zugesprochen zu bekommen, muss Ihr Gesamthörverlust beidseitig von mindestens 35% sein. Handelt es sich um die IV-Vergütung, muss der Gesamthörverlust mindestens 20% betragen.[1]

Eine weitere Neuigkeit betrifft die knochenverankerten und implantierten Hörhilfen. Sie wurden zwar bisher durch die AHV mitfinanziert, waren jedoch nur auf Stufe Kreisschreiben KSHA (Kreisschreiben über die Abgabe von Hilfsmitteln durch die Altersversicherung) geregelt.

Ausserdem übernimmt die AHV neu auch 75% der Kosten für den externen Teil (Sprachprozessor, Audioprozessor) des entsprechenden Modells. Hier finden Sie die aktuelle Liste der zugelassenen Hörgeräte.

«Handelt es sich um einen Audioprozessor für eine knochenverankerte oder mittelohrim-plantierte Versorgung (bspw. BAHA, Ponto, Bonebridge, Soundbridge), welche durch einen Akustiker angepasst wird, so hat die versicherte Person Anspruch auf 75% der Dienst-leistungspauschale der IV gemäss Ziff. 5.07.1 HVI. Für monaurale Versorgungen entspricht dies 750 Franken und für binaurale Versorgungen 1125 Franken.»[2]

Diese Anpassungen über die beidseitige Hörgeräteversorgung im AHV-Alter wurden vom Ständerat im September 2017 zugestimmt.

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Ersatzbeschaffung der Hörgeräte ohne erneuten Hörtest beim HNO-Arzt

Wer seine Hörgeräte ersetzen wollte, musste bisher (alle fünf Jahre im AHV-Alter, bzw. alle sechs Jahre als IV-Versicherte) zum erneuten Hörtest bei einem Ohrenarzt antreten. Diese Praxis wurde per 1. Juli 2018 eingestellt.

Als Versicherte mit Wohnsitz im Kanton Zürich können Sie sich für den Ersatz Ihrer Hörgeräte direkt an den Hörgeräteakustiker ihres Vertrauens wenden. Einen Besuch beim HNO-Arzt für eine erneute Hörprüfung brauchen Sie nicht mehr in Anspruch zu nehmen. Diese ist nur für die Erstbeschaffung der Hörgeräte notwendig.

Die Praxisvereinfachung begründet IV-Stellenleiter Martin Schilt wie folgt: «Es macht keinen Sinn, den Leistungsanspruch beim Ersatz des Hörgeräts nochmals zu prüfen, weil Gehörschäden dauerhaft sind».

Bei Hearing Home in Meilen beantworten wir gerne alle Ihren Fragen zur neuen Praxis. Profitieren Sie von unserer individuellen und ausführlichen Beratung und allumfassenden Betreuung. Vereinbaren Sie jetzt eine gratis Hörberatung.

 

Quellen und weiterführende Informationen:

https://www.bsvlive.admin.ch/vollzug/documents/view/4610/lang:deu/category:35

https://www.ahv-iv.ch/p/3.07.d

https://www.svazurich.ch/dam/doku/Medienmitteilung_Hoergeraete.pdf

https://www.orl-hno.ch/fuer-patienten/informationen-links.html

 

[1] https://www.orl-hno.ch/fileadmin/user_upload/Dokumente/Fuer_Patienten/Informationen_Links/Hoergeraeteversorgung/ORL-Richtlinien_2018_d.pdf [4.1.1.]
[2] https://www.bsvlive.admin.ch/vollzug/documents/view/4610/lang:deu/category:35

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